Am Plauer See stand den Zahnradwerkern und ihren Familien ein Ferienheim zur Verfügung. Neben den Kupplungsteilen und Zahnrädern wurden im Werk ganz im Sinne der DDR-Politik auch Konsumgüter von Leuchten bis zu Couchtischen und Vogelkäfigen produziert. Bis Ende der 1970er Jahre wurde im Werk die erste moderne Großrechenanlage der Stadt installiert.
Die gesamte Stadtbevölkerung wuchs
Auch in der Bevölkerungsentwicklung Pritzwalks machte sich die neue Industrialisierung bemerkbar. Das Kernstadtgebiet wuchs bis 1981 auf ein Allzeit-Hoch von 12 400 Einwohnern. Mit Hainholz-Schwimmbad, Kulturhaus und Bibliothek entstanden parallel zum Ausbau des Zahnradwerkes eine Reihe stadtprägender Kulturbauten. Als Plattenbausiedlung Pritzwalk Nord wurde ein weiterer neuer Stadtteil errichtet.
Bis heute sind die Spuren dieser Phase überall in Pritzwalk zu finden. Nach der Umwandlung des Zahnradwerkes in eine GmbH schrumpfte die Zahl der Beschäftigten enorm. Das wirkte sich auf die Einwohnerstärke der Stadt aus: Viele Familien zogen aus Pritzwalk weg und suchten sich anderswo Arbeit. Lars Schladitz