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Wilmersdorf

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Steckbrief

 

Einwohner

260 (Stand Oktober 2020)

Ortsbürgermeister

Frank Grütte

Fläche

15,18 Quadratkilometer

Gemeindeteile

Könkendorf und Neu Krüssow

Im Dorfgemeinschaftshaus im Pritzwalker Ortsteil Wilmersdorf ist regelmäßig Betrieb. Die Dorfgemeinschaft lebt - nicht zuletzt durch den Verein „Feuerwehr, Kultur und Dorfleben“. Dessen Mitglieder treffen sich jeden ersten Dienstag im Monat. Immer dienstags ist Männerabend: Beim Tischtennis tauschen die Männer Neuigkeiten aus. Wenn Hilfe gebraucht wird, machen viele einfach mit, ohne dass man groß reden muss, zum Beispiel beim Dorfputz. Es gibt Skatabende, Arbeitseinsätze und den Seniorentreff. Gemeinsam feiern die Wilmersdorfer ihr Dorffest, Weihnachtsfeiern, Oster- und Maifeuer und laden sich gern Gäste ein, wie beim Plätzchen backen mit den Kindern im Advent.

 

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Historisches

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wilmersdorf 1351 als „Wylmestorp“. Vermutlich bedeutet der Name „Wilhelmsdorf“, was wohl auf einen Ritter Wilhelm zurückzuführen ist, der Lehensschulze war. Darauf deutet auch das alte Ortssiegel hin, das einen Ritterhelm zeigt. Auf einer Urkunde im Kloster Stift zum Heiligegrabe von 1350 ist vermerkt, dass Achim von Pynnow den Klosterfrauen zu Heiligengrabe „dat gantze Dorp tu Velmersdorp mit Feld und Mark, hohem und niederem Gericht“ verkauft habe.

 

In der Kemnitzer Kirchenchronik stand: „1351 bewidmet Konrad von Platen einen von ihm im Kloster Heiligengrabe gegründeten Altar mit sechs Hufen in Wylmesdorf.“ Diese Daten hat der Lehrer Otto Breitung in einer Abschrift zur Geschichte des Dorfes im Jahr 1939 zusammengetragen.

 

Das als Rundlingsdorf angelegte Wilmersdorf wurde bei einem Brand am 30. Mai 1811 in Schutt und Asche gelegt. Weil die Häuser dicht an dicht standen, sprangen die Flammen rasch von einem Haus zum nächsten. Wegen der Holzbereitung konnten die Einwohner erst im nächsten Jahr mit dem Wiederaufbau beginnen.

 

Da das Dorf dem Kloster Stift untertänig war, bestimmte dieses, dass beim Wiederaufbau Anfang 1812 die Häuser nicht wieder so dicht zusammen stehen durften. So wurde aus dem Rundling ein Haufendorf mit verstreuten Häusern, in dem sich Fremde nur schwer zurechtfinden. 1867 war die Chaussee Pritzwalk-Wittstock fertig, 1885 wurde die Bahnstrecke von Perleberg bis Wittstock fertiggestellt. Es wird erzählt, dass sie ursprünglich Wilmersdorf berühren sollte, die Bauern aber dagegen gewesen seien. 

 

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Kirche

Bei dem großen Brand wurde auch die alte Kirche zerstört. Der Gottesdienst fand zunächst im Freien oder in einer Scheune statt. Wieder aufgebaut wurde sie 1812/13 als Fachwerkhaus mit einem quadratischen Turm. Innen hat die Kirche eine Hufeisenempore und einen Kanzelaltar aus der Zeit um 1813. Ein Sturm riss 1869 den Turmkopf der Kirche herunter.

 

1891 wurde für die Kirche ein Harmonium angeschafft. Die Orgel wurde 1988 von der mitteldeutschen Orgelbauanstalt Voigt aus Bad Liebenwalde gebaut.

Kommunales

Bis 1816 gehörte der Ort zum Kreis Pritzwalk in der Provinz Prignitz, war ein Teil der Kurmark der Mark Brandenburg und kam anschließend zum Kreis Ostprignitz. Ab 1952 gehörte Wilmersdorf zum Kreis Pritzwalk im Bezirk Potsdam. Seit dem 6. Dezember 1993 ist der Ort ein Teil des heutigen Landkreises Prignitz. Mit der Gemeindegebietsreform 2002 wurde das Dorf zum Januar 2003 ein Ortsteil von Pritzwalk.

 

Einen kommunalen Friedhof gibt es in Wilmersdorf am Wilmersdorfer Weg am Ortsausgang in Richtung Heiligengrabe. Im Gemeindeteil Neu Krüssow befindet sich der Friedhof in der Neu Krüssower Straße rechts am Ortseingang aus Richtung Wilmersdorf. Der Gemeindeteil Könkendorf hat seinen Friedhof an der westlichen Könkendorfer Straße.

 

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Vereine

Das sehr rege Dorfleben bestimmen die knapp 40 Mitglieder des Vereins „Feuerwehr, Kultur und Dorfleben Wilmersdorf“. Sie feierten im August 2019 mit vielen Gästen das zehnjährige Bestehen des Vereins.

 

Wirtschaft

Wilmersdorf war seit seiner Gründung landwirtschaftlich geprägt. Im Mittelalter kamen Handwerker dazu: Stellmacher, Bäcker, Schuster und andere. Einen Webstuhl hatte fast jeder im Haus, es wurde Lein angebaut. Auch einen Backofen hatten die meisten Wilmersdorfer selbst, in dem sie nicht nur Brot buken, sondern auch Früchte trockneten, sodass es im Dorf immer gut gerochen haben soll. Es gab einen Kolonialwarenladen und einen Schmied. Die Gaststätte wurde 1913 gebaut. Heute befinden sich im Ort ein Rinderzuchtbetrieb, ein Pferdezuchtbetrieb, drei Baubetriebe, ein Kaminbauer und ein Männermodenunternehmen.

 

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Feuerwehr

Die Feuerwehr Wilmersdorf wurde 1933 gegründet. Im Oktober 2005 bezog sie das neue Gerätehaus gegenüber der Kirche, das die Kameradinnen und Kameraden in freiwilliger Arbeit aufgebaut hatten. Zur Technik gehören ein Mannschaftstransportfahrzeug und ein Tragkraftspritzenanhänger. Die Ortsfeuerwehr hat 20 Mitglieder, von denen 15 Männer und vier Frauen im aktiven Dienst sind. Der Altersdurchschnitt ist recht hoch.  Ortswehrführer ist Gerald Müller.

 

Quellen: Stadt Pritzwalk; Abschrift aus der Geschichte des Dorfes Wilmersdorf von Otto Breitung; Wikipedia; Evangelischer Kirchenkreis Prignitz