Pritzwalk. „Leseland DDR“ heißt eine Ausstellung in der Stadtbibliothek Pritzwalk, die zum Tag des offenen Denkmals am 15. September eröffnet wurde (wir berichteten). Noch bis zum Jahresende können Besucherinnen und Besucher beim Anblick vieler bekannter Werke in Erinnerungen schwelgen – zum Beispiel beim Kochbuch „Wir kochen gut“, das damals in keinem Haushalt fehlten durfte.
Unterschiedliche Gefühle
Die Ausstellung beleuchtet nicht nur auf liebevolle Weise den Umgang mit Alltagsliteratur wie Alfons Zitterbacke, Krimis und eben Kochbüchern, sondern auch den Umgang mit Autoren wie Heinrich Böll, Stefan Heym und Christa Wolf, wobei letztere im Herbst 1989 mitten im Wendegeschehen waren. Das Werk der jeweiligen Zeit – von der sogenannten Giftschrankliteratur bis hin zum regimetreuen Vorzeigeautoren – wird bei den Besuchern ganz unterschiedliche Gefühle auslösen.
Auch echte alte Bücher sind dabei
Das Team der Stadtbibliothek hat zur Ausstellung, die auf Tafeln mit Bild und Text zu sehen ist, ein paar originale DDR-Bücher zusammengetragen. Da liegt das Tafelwerk für Mathematik, Physik und Chemie direkt neben Kinderlesebüchern und Kochbüchern.
Gestaltet hat die Ausstellung „Leseland DDR“ Dr. Stefan Wolle, wissenschaftlicher Direktor des DDR-Museums in Berlin. Herausgeber ist die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Tafeln sind im Veranstaltungsraum der Stadtbibliothek Pritzwalk noch bis zum Jahresende zu den Öffnungszeiten zu sehen.