Pritzwalk. Spannende Stationen hatten die Kameradinnen und Kameraden für den Tag der offenen Tore am Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Pritzwalk vorbereitet. Besucherinnen und Besucher konnten alles anfassen und ausprobieren, schauten den Vorführungen zu und genossen die Gespräche mit den Feuerwehrmitgliedern. Viel zu lernen gab es auch.
Gleich drei Anlässe
Anlass für den Tag war die Eröffnung des Gerätehauses vor 30 Jahren, an den sich der stellvertretende Bürgermeister Jan Waldmann noch gut erinnerte: „Da war ich Zivi beim DRK.“ Gefeiert wurden auch 60 Jahre Jugendfeuerwehr und 55 Jahre Jugendfeuerwehr Giesensdorf. Rings um den Platz waren die Einsatzfahrzeuge aufgebaut, in die ein Blick geworfen werden konnte die Drehleiter, der Mannschaftstransportwagen, Löschfahrzeuge und viele mehr.
Die Stationen waren so aufgebaut, dass die Besucher selbst ausprobieren konnten, was die Einsatzkräfte am Einsatzort erleben. Dafür mussten sie erst einmal die Einsatzkleidung anziehen. Mit einem speziellen Kuhfuß brachen der eine oder die andere zum Beispiel eine Tür auf, wie bei der Türnotöffnung. Mit dem Schneidwerkzeug zerlegten die Gäste einen Fahrradrahmen. Im Nebelzelt erlebten sie, wie wenig ein Atemschutzgeräteträger auf der Suche nach Opfern in einem verrauchten Haus sieht.
Modenschau mit Einsatzkleidung
Alle möglichen Einsatzkleidungen für die verschiedenen Bedarfe präsentierten Kameraden in einer Feuerwehrmodenschau. Da gab es von der Dienstkleidung bis zum komplett dichten Anzug mit Atemschutzgerät für den Einsatz bei Gefahrstoffnotlagen alles.
Für erstaunte Ausrufe sorgte die Fettbrand-Vorführung mit Wissenswertem für den Alltag. So muss ein Fettbrand durch Ersticken gelöscht werden: Einfach Deckel drauf. Eine riesige Stichflamme entsteht dagegen, wenn man versucht, den Fettbrand mit Wasser zu löschen.
An den Ständen präsentierten sich das Brandschutzmobil des Kreisfeuerwehrverbandes Prignitz, die Notfallseelsorge, der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Pritzwalk und andere. Für die Kinder gab es Bastelangebote und eine Hüpfburg. Die Jugendfeuerwehr zeigte einen Löschangriff.
Blick in die Geschichte
Geschichtliches trug Peter Gronau vor, der heute der Alters- und Ehrenabteilung angehört. „Unser damaliges Gerätehaus in der Poststraße platzte aus allen Nähten“, so der damalige Wehrführer. Die Drehleiter passte erst hinein, nachdem der Fußboden abgesenkt wurde. Ein Neubau an dem Standort war nicht möglich.
Zunächst fasste die Stadt laut Peter Gronau den Festplatz am Preddöhler Weg ins Auge. „Der lag aber im Außenbereich, dafür hätten die Bauleitpläne geändert werden müssen.“ Fieberhaft wurde ein neues Grundstück gesucht. Gefunden wurde über einen Grundstückstausch eine Möglichkeit in der Havelberger Straße. Zwei Jahre wurde geplant, drei Jahre gebaut.
Besonderer Besucher
Am Ende ging alles ganz schnell: Am Samstag, 24. August 1996, zog die Feuerwehr mit allen Fahrzeugen und Gerätschaften um, am Montag drauf war das alte Gebäude schon abgerissen, erinnert sich Peter Gronau. Heute befindet sich auf der Fläche ein Parkplatz.
Besuch zum Tag des offenen Gerätehauses kam übrigens sogar aus Oranienburg: Bernd Klingenberg war von 1970 bis 1983 in der Pritzwalker Jugendfeuerwehr, als Peter Gronau Jugendwart war. Er wollte seinem ehemaligen Ausbilder unbedingt die Hand schütteln.
Die Feuerwehr Pritzwalk hatte für den 4. Juli zum Tag des offenen Gerätehauses eingeladen, da der Bau 30 Jahre alt ist. Gefeiert wurden außerdem 60 Jahre Jugendfeuerwehr und 55 Jahre Jugendfeuerwehr Giesensdorf. Für die Besucher boten sich viele Gelegenheiten, Dinge selbst auszuprobieren und alles mal anzufassen. Fotos: Stadt Pritzwalk