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Kommunen und Landkreise wollen Strecken retten

17. 06. 2022

Pritzwalk. Noch bis zum 21. Juni können Stellungnahmen zum Entwurf des Landesnahverkehrsplanes (LNVP) Brandenburg 2023-2027 abgegeben werden. Der sieht bekanntlich vor, dass die Verbindungen RB 73 – von Kyritz nach Pritzwalk – und RB 74 – von Pritzwalk nach Meyenburg – nicht weiter betrieben werden. Rund 25 Vertreter betroffener Kommunen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern unterzeichneten deshalb am Freitagnachmittag in Falkenhagen eine Resolution, in der sie ein länderübergreifendes, leistungsfähiges Bahnnetz und den Erhalt vorhandener Bahninfrastruktur fordern – ganz im Sinne einer angestrebten Verkehrswende.

 

Schon einmal auf der Kippe

Initiiert hat das Treffen im Hotel Falkenhagen der Pritzwalker Bürgermeister Dr. Ronald Thiel, der den Erhalt von RB 73 und RB 74 bereits 2012 gefordert hatte: Damals standen die Strecken schon einmal zur Diskussion. Gerettet werden konnten sie nur mittels einer Kofinanzierung durch die Kommunen.

 

Zusammen mit dem Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann hat der Pritzwalker Bürgermeister jetzt außerdem eine Stellungnahme in Sachen Streckenerhalt an den brandenburgischen Infrastrukturminister Guido Beermann auf den Weg gebracht. Auch beide Landkreise haben inzwischen Stellungnahmen auf den Weg gebracht.

 

Nicht mehr im Fokus des Landes?

„Das Land hat uns offenbar nicht mehr im Fokus“, kritisiert Dr. Ronald Thiel. „Wir vermissen das Interesse an unserer Region.“ Beispiele gebe es dafür viele: Neben dem fehlenden Ausbau von Bahnstrecken oder der Neuordnung der Mittelzentren und der damit verbundenen Finanzierung der kleineren Kommunen seien dies fehlende Radwege an Bundesstraßen. Seit einem Jahrzehnt arbeite Dr. Ronald Thiel in der Region. Sein Fazit: „Wenn wir etwas schaffen, dann schaffen wir das meist aus eigener Kraft.“

 

Teilnehmer des Treffens waren am Freitag zum Beispiel der künftige Prignitzer Landrat Christian Müller, der Meyenburger Amtsdirektor Matthias Habermann, Meyenburgs Bürgermeister Falko Krassowski, außerdem sandten die Landkreise Ostprignitz-Ruppin und Mecklenburgische Seenplatte, die Stadt Kyritz, die Ämter Neustadt (Dosse), Plau, Eldenburg-Lübz und weitere Kommunen Vertreter.

 

ÖPNV ist Daseinsvorsorge

Der designierte Prignitzer Landrat Christian Müller kündigte an, dass sich die beiden Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin in den nächsten Wochen mit den Verantwortungsträgern auf Landesebene zum Thema treffen wollen: „Hier rein betriebswirtschaftlich zu denken, verfehlt das Ziel. Öffentlicher Personennahverkehr gehört zur Daseinsvorsorge.“

 

Die Resolution „Karower Kreuz 365 - Schienenmobilität im ländlichen Raum neu denken“ ist auf die auf die Aktivitäten der Bürgerinitiative Pro Schiene/Südbahn zurückzuführen. Die Unterzeichner der Resolution fordern die beiden Landesregierungen unter anderem auf, für einen attraktiven Schienennahverkehr zu sorgen und damit einen Beitrag für die Verkehrswende in der ganzen Region zu schaffen. Immerhin betreffe das Einzugsgebiet des „Karower Kreuzes“ rund 860 000 Menschen, hieß es in der Diskussion am Freitag. Die Elektrifizierung der beiden Bahnstrecken sei zudem die Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Güterzugverkehr, auch als Zubringer zum Seehafen Rostock. Beate Vogel

 

Bild zur Meldung: Die Unterzeichner der Resolution fordern den Erhalt der Bahnstrecken auch im Regionalverkehr. Foto: Beate Vogel