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Wendeerlebnisse in Ost und West in einer gemeinsamen Ausstellung

07.10.2019

Pritzwalk. Menschen aus Ostdeutschland und aus Westdeutschland kommen in der Ausstellung „Wendezeiten 1989 1990“ zu Wort. Sie erzählen ihre ganz persönlichen Erlebnisse im Sommer und Herbst des Wendejahres 1989. Die Vernissage am 3. Oktober in der Museumsfabrik Pritzwalk war hervorragend besucht. 

 

Entstanden ist die Ausstellung „Wendezeiten“ in Zusammenarbeit zwischen der Museumsfabrik und dem Museum im Marstall in der Partnerstadt Winsen (Luhe). Eine Delegation aus Winsen hatte zur Vernissage eingefunden: Stadträte, Mitarbeiter der Verwaltung und Vertreter des Heimat- und Museumsvereins.

 

Biografien bewusst nicht getrennt

In Einzelporträts und selbst erzählten Geschichten schildern zehn Winsener und zehn Pritzwalker auf großen, bebilderten Tafeln ihre Erlebnisse: zu gleichen Teilen - das war Museumsleiter Lars Schladitz und seiner Winsener Kollegin Ilona Johannsen wichtig. „Wir wollten eine Art Panorama schaffen und viele heterogene Erfahrungen zu Ausdruck bringen. Und wir haben ganz bewusst die Biografien nicht voneinander getrennt“, sagte Lars Schladitz. 

 

Der stellvertretende Bürgermeister von Pritzwalk, Halldor Lugowski, erinnerte zur Eröffnung an die Ereignisse 1989: die Botschaftsflüchtlinge in Prag, zu denen auch 36 Pritzwalker gehörten, den Fackelzug zum 40. Jahrestag der DDR, die friedlichen Demonstrationen in Leipzig und Berlin und auch die politischen Aktivitäten in und um Pritzwalk.

 
Rasch die Partnerschaft besiegelt

Thomas Kierschke, SPD-Stadtrat und Mitglied im Ausschuss für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften in Winsen, blickte auf die rasche Annährung von Winsen und Pritzwalk im Wendejahr zurück: „Während die Großen noch überlegten, wie sie die beiden Staaten zusammenführen sollten, ging die Einleitung unserer Partnerschaft sehr schnell.“ Bis Oktober 1990 haben demnach 854 deutsche Städte in Ost und West Partnerschaften geschlossen.

 

Bereits am 17. Oktober 1989 hatten sich in der Falkenhagener Kirche rund 100 Prignitzer zu einem Infoabend eingefunden, erzählt der ehemalige Falkenhagener Pfarrer Ulrich Preuß in seiner Geschichte. Am 27. Oktober fanden sich laut Halldor Lugowski ebenso viele Menschen vor dem Pritzwalker Rathaus zu einer friedlichen Demonstration ein, die in einem Dialog im Kulturhaus endete. 300 Bürgerinnen und Bürger durften Fragen stellen. Etwa 2000 Menschen nahmen am 6. November am Friedensgebet und an einer Demo teil. Drei Tage später fiel die Mauer.

 

Aufregendes Wendejahr

Jürgen Meinberg aus Salzhausen, einem Vorort von Winsen, machte im Sommer 1989 mit seiner Frau und seiner Schwester eine Fahrradtour an der Elbe. Die 368 Kilometer lange Route führte den damals 27-Jährigen entlang der innerdeutschen Grenze auch über Dannenberg und Schnackenburg. Am 8. Juli wurde der Schießbefehl aufgehoben.

 

Am 9. Juli kam Meinberg zur einstigen Dömnitzer Brücke. Ein Beamter des Bundesgrenzschutzes sprach die Radler an und fragte, ob sie sich für die Anlage interessierten: „Er hat uns bis nach vorn zu seinem Kontrollpunkt an der Elbe geführt. Von dort konnten wir gegenüber den Grenzsoldaten sehen, der uns seinerseits durchs Fernglas beobachtete.“ Für Meinberg war das Wendejahr in mehrfacher Hinsicht aufregend, erzählt er: „Am 27. Oktober kam meine Tochter zur Welt.“  

 

Bis März in Pritzwalk, dann in Winsen

Die Ausstellung „Wendezeiten 1989 1990“ ist nun für ein halbes Jahr, bis zum 1. März 2020, in Pritzwalk dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, am Wochenende von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Dann zieht sie für ein halbes Jahr nach Winsen ins Museum im Marstall, wo am 3. Oktober 2020 die Finissage geplant ist. Zum 9. November, dem 30. Jahrestag des Mauerfalls, wird das Museum einen Thementag mit Sonderführungen veranstalten. Beate Vogel

 

Foto: Der Pritzwalker Vizebürgermeister Halldor Lugowski erinnert zur Ausstel-lungseröffnung an die Geschehnisse im Herbst 1989 in Pritzwalk. Foto: Beate Vogel

Fotoserien zu der Meldung


Vernissage zu "Wendezeiten" war gut besucht (07.10.2019)

Zur Eröffnung der Ausstellung "Wendezeiten 1989 1990" fanden sich am Einheitsfeiertag, dem 3. Oktober, viele interessierte Gäste in der Museumsfabrik ein. Unter ihnen weilte auch eine Delegation aus der Pritzwalker Partnerstadt Winsen (Luhe). In der Ausstellung schildern zehn Ostdeutsche und zehn Westdeutsche ihre Erlebnisse im Wendejahr 1989.