Pritzwalk. So viele Gäste hat Pritzwalk nicht jeden Tag: An einem einzigen Tag feierte die Stadt das Pritzwalker Frühlingserwachen, war Gastgeber für das Anradeln in der Prignitz und beging den 65. Geburtstag des Spielmannszuges Pritzwalk 1961 e.V.. Marktstraße und der Marktplatz waren voll mit gut gelaunten Menschen.
Pritzwalk fuhr eine Rundtour
Den Auftakt für 127 Pritzwalkerinnen und Pritzwalkern bildete am Mittag der Start zum Anradeln in der Prignitz an der Museumsfabrik. Gut gelaunt, mit viel Sonne und für den starken Gegenwind gewappnet machte sich die Gruppe, angeführt vom stellvertretenden Bürgermeister Jan Waldmann, auf den Weg. Bürgermeister Dr. Ronald Thiel hieß indessen die Radfahrer und Spielmannszüge auf dem Markt willkommen.
Gefahren wurde ein Rundkurs über Beveringen, Alt Krüssow, Sarnow und Neuhof zurück nach Pritzwalk. Unterwegs wartete hier und da Maskottchen Willy Wolf und winkte dem Radlerfeld vom Straßenrand zu. Das Anradeln ist eine Veranstaltung des Tourismusverbandes Prignitz, integriert in die Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz mbH.
Sternmarsch zum Marktplatz
Kurz vor dem Eintreffen des ersten Radlerfeldes – Perleberg mit 40 Teilnehmenden – startete ein Spektakel, das Pritzwalk so noch nicht gesehen hatte. Der Spielmannszug Pritzwalk hatte zum Geburtstag mehrere befreundete Spielmannszüge eingeladen, die aus allen Himmelsrichtungen auf den Marktplatz liefen. Sie gestalteten an dem Nachmittag auch das Musikprogramm.
Der Sternmarsch startete mit dem Spielmannszug Parchim und Stralsund e.V. aus Richtung Perleberger Tor, gefolgt vom Fanfarenzug Plau am See e.V. aus der Meyenburger Straße. Von der Mittelstraße her stieß der Fanfarenzug Putlitz e.V. dazu. Der Spielmannszug Pritzwalk 1961 hatte sich als Verstärkung die Freien Spielleute Berlin-Neukölln 1920 e.V. eingeladen und kam aus Richtung Magazinplatz den Markt. Am Ende spielten alle gemeinsam. Es war ein mitreißendes musikalisches Spektakel. Für Musik sorgte mitten auf dem Markt das Stadtorchester Winsen/Luhe e.V., der Partnerstadt von Pritzwalk.
Bürgermeister Dr. Ronald Thiel begrüßte die Gäste
Bürgermeister Dr. Ronald Thiel hieß alle Gäste herzlich willkommen und wünschte ihnen einen wundervollen Tag. Er lud sie ein, im Jubiläumsjahr auch die Pritzwalker Festtage am 12. und 13. Juni und die Pritzwalker Herbstlichter am 4. September zu besuchen. Das Stadtorchester aus der Partnerstadt bat er, Grüße an seinen Amtskollegen André Wiese auszurichten.
Zwischendurch trafen die Radlergruppen ein, die Moderator Fred Pogalski auf der Bühne jeweils vorstellte: Perleberg, Wittenberge, Bad Wilsnack/Weisen, Meyenburg, Groß Pankow und Gulow, Kyritz, Wusterhausen, Plattenburg, Neustadt-Dosse, Putlitz-Berge, Pritzwalk und ganz zum Schluss mit einiger Verspätung, die Wittstocker mit Heiligengrabe. Bei der Siegerehrung auf der Bühne, die Bürgermeister Dr. Ronald Thiel gemeinsam mit Landrat Christian Müller vornahm, ging der 1. Platz dann an die Wittstocker Radlergruppe. „Die letzten werden die ersten sein“, sagte der Pritzwalker Bürgermeister bei der Pokalübergabe.
Wittstock gewann
Sieger des diesjährigen Anradelns sind also Wittstock und Heiligengrabe mit 71 Teilnehmenden und 3195 geradelten Kilometern. Platz 2 ging an Pritzwalk, das zwar mit 127 die meisten Radler aufs Feld gebracht hatte, aber mit 2286 Kilometern weniger Strecke machte. Platz 3 errang Kyritz mit 47 Radfahrenden und 1833 Kilometern. Den Fahrradlenker, die Trophäe beim Anradeln, erhielt die Stadt Wittenberge. Sie wird im kommenden Jahr somit nicht nur Gastgeberin für die Landesgartenschau, sondern auch für das Anradeln sein.
Den ganzen Nachmittag über gab es ein Bühnenprogramm und weitere Auszeichnungen. So wurden Horst Paetz mit 92 Jahren als ältester Teilnehmer und Pia mit sieben Jahren als jüngste Teilnehmerin geehrt. Die Sparkasse Prignitz veranstaltete ein Gewinnspiel. Der Tourismusverband Prignitz bewarb das Stadtradeln.
Immer wieder spielten die verschiedenen Formationen auf. Die Gäste konnten beim Flohmarkt in der Meyenburger und der Marktstraße Schnäppchen machen. Für leckere Verpflegung sorgten viele Stände, an denen es vom Cocktail bis zum Kuchen sowie Deftiges gab. Abends wurde fleißig zu Musik der Band D&D SongWelten bis in die Nacht getanzt.