Bürgermeister Dr. Ronald Thiel, Jean Duwe vom Tourismusverein und der Pritzwalker Knieperfuchs werben für den Knieper- und Regionalmarkt am 21. November. Foto: Stadt PritzwalkBlick auf den Turm der St. Nikolai Kirche. Foto: Stadt PritzwalkBlick eine Bahnschiene entlang in die Ferne. Foto: Stadt PritzwalkBlick in einen Strauch voller roter Hagebutten. Foto: PrivatBlick über eine Wiese bei Falkenhagen in die Morgensonne. Foto: Privat

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Krähennester werden am Friedhof entfernt – der RBB ist live dabei

Mit einer Teleskopsäge holen die Mitarbeiter der Stadt Pritzwalk die Krähennester aus den Baumkronen am Friedhof. Foto: Stadt Pritzwalk (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Mit einer Teleskopsäge holen die Mitarbeiter der Stadt Pritzwalk die Krähennester aus den Baumkronen am Friedhof. Foto: Stadt Pritzwalk

Pritzwalk. Über die Saatkrähen unter anderem am Pritzwalker Friedhof haben verschiedene Medien in den vergangenen Tagen berichtet. Am Mittwoch war der RBB mit einem Kamerateam vor Ort. Redakteurin Katrin Hampel interviewte unter anderem Bürgermeister Dr. Ronald Thiel zum Thema. 

 

Mit Hebebühne und Teleskopsäge

Mitarbeiter des Fachgebietes Öffentliche Anlagen und Flächen waren an diesem Tag dabei, mithilfe einer Hebebühne und der Teleskopsäge Nester aus den Baumkronen zu entfernen. Bei einem Bestand an gut 1000 Nestern – das hatte das Monitoring der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Prignitz im April 2025 ergeben – darf die Stadt bis zu 100 Nester entfernen. 

 Bürgermeister Dr. Ronald Thiel gibt RBB-Reporterin Katrin Hampel ein Interview. Foto: Stadt Pritzwalk 

Im März beginnt die Saatkrähe mit dem Nestbau. Rechnet man die aktuelle Zahl der Nester hoch, kommt man auf etwa 5000 Saatkrähen im Stadtgebiet, sagt Bürgermeister Dr. Ronald Thiel: „Pro Nest ein Brutpaar, das drei bis fünf Eier legt. Und wir rechnen mit nur drei Jungvögeln.“ Wahrscheinlich sind es also mehr.

 

Lärm und Dreck der Vögel sorgen seit Jahren bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für Unmut. Regelmäßig gehen bei der Stadtverwaltung Beschwerden ein. Es ist für alle Seiten ein Dauerthema. Kürzlich durften an drei Eichen Äste gekappt werden. Anwohnerinnen und Anwohner der Perleberger Straße (Stichstraße) konnten wegen der Krähen ihre Terrassen nicht mehr nutzen. 

 Wer den Hebekorb nutzen will, muss einen Sicherheitsgurt tragen. Foto: Stadt Pritzwalk 

Im Jahr 2021 hat die Stadt Pritzwalk nach einem entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von dem Ornithologen Dr. Jürgen Kraatz aus Wittstock ein Krähenkonzept erstellen lassen. Seitdem werden jedes Jahr 10 Prozent der Nester entfernt – immer in enger Abstimmung mit der UNB. 

 

Bürgermeister Dr. Ronald Thiel sieht nun eine Grenze erreicht: „Die Maßnahmen haben nicht den Erfolg gebracht. Es steht zu befürchten, dass wir im nächsten Jahr wieder mehr Nester haben.“ Denn der Bestand hat sich seit 2008 mit 557 Nestern auf 1008 im vergangenen Jahr fast verdoppelt. 

 Die Krähenkolonie am Friedhof hat inzwischen gut 1000 Nester.Foto: Stadt Pritzwalk 

Der Bürgermeister fürchtet, dass sich die Krähen weiter im Stadtgebiet ausbreiten. Den grundsätzlich gilt: Die Saatkrähe ist gemäß Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eine besonders geschützte Tiera rt. Es ist nicht gestattet, ihre Brutstätten zu zerstören. Die Stadt Pritzwalk geht bis an die Grenzen des Machbaren. „Hier ist jetzt der Gesetzgeber gefragt. Wir müssen in Fällen wie dem unseren Handlungsspielräume bekommen, um dem Problem begegnen zu können“, sagt Dr. Ronald Thiel. 

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