Pritzwalk. Mit schwerem Gerät ging es am Montagmorgen in Pritzwalk daran, den Brunnenfindling zu zerlegen. Da vibrierte auch das Rathaus. Der 16 Tonnen schwere Granitstein musste entfernt werden, da seine Standfestigkeit nicht mehr gegeben war. Bis zum Nachmittag war der Koloss abgetragen.
Stück für Stück lösten die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes mit einem riesigen Stemmhammer auf einem 12 Tonnen schweren Mobilbagger Teile des Findlings ab. Bereits beim ersten Ansetzen löste sich eine große Scheibe.
Risse wurden festgestellt
Abgesperrt wurde der Stein am 17. Juni. Bei einer turnusmäßigen Überprüfung war festgestellt worden, dass der Findling Risse hatte. Wind und Wetter, Wasser und Frost hatten dem Stein zugesetzt. Aus Sicherheitsgründen hatte die Stadt deshalb den Zugang zum Stein weiträumig mit Zäunen abgeriegelt.
Der Findling war Teil der Umgestaltung des Marktplatzes in den Jahren 1996 bis 1998. Er wurde im Mai 1996 aufgestellt. In Scharfenberg bei Wittstock fand sich das geeignete Objekt für einen gewünschten natürlichen Brunnen. Bildhauer Guntram Kretschmar aus Müggendorf (Amt Lenzen-Elbtalaue) bearbeitete den Stein und gab ihm seine Form.
Aus Regenwasser gespeist
Bevor der Stein als Springbrunnen genutzt werden konnte, musste eine 1,7 Meter lange Kernbohrung gemacht werden, durch die später die Wasserleitung führte. In Betrieb genommen wurde er dann im Frühjahr 1997. Gespeist wurde der Brunnenstein aus einem Regenwasserspeicher. War dieser leer, sprang eine ventilgesteuerte Versorgung aus dem Rathaus ein.
Nun hatte die Erosion dem Stein zu sehr zugesetzt. Die Brocken wurden zerkleinert und zur Perleberger Recycling GmbH bei Buchholz gefahren. Dort werden sie gebrochen und dienen als Recyclingmaterial.
Der Zahn der Zeit nagt auch an Steinen: Wegen Sicherheitsmängeln musste der Brunnenstein vor dem Rathaus abgerissen werden. Mit schwerem Gerät rückten die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes am 11. August dem 16 Tonnen schweren Koloss zu Leibe. Gleich beim ersten Ansetzen brach ein großer Brocken ab: Dort hatte der Findling einen Riss. Bis zum Nachmittag waren die Männer beschäftigt. Fotos: Stadt Pritzwalk