Pritzwalk. Die Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehr Pritzwalk nahmen am Donnerstagabend den neuen CBRN-Erkundungswagen in Augenschein. Das mit hochmoderner Technik ausgestattete Fahrzeug wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe angeschafft. Es war bereits offiziell am 19. Juli bei der Vorstellung des Leuchtturmes in Pritzwalk vom Landkreis als Träger des Katastrophenschutzes an die Feuerwehr Pritzwalk übergeben worden (wir berichteten).
Zehn haben die Grundausbildung
„Inzwischen haben zehn Kameradinnen und Kameraden der Ortsfeuerwehr Pritzwalk die Grundeinweisung in die Fahrzeugtechnik erhalten“, berichtete Mathias Elert, stellvertretender Einheitsführer der Gefahrstoffeinheit (GSE) des Landkreises Prignitz, beim Dienstabend im Gerätehaus.
Mit den beiden Kameraden, die die Schulung beim Hersteller im Ahrtal gemacht hatten, stehen nun zwölf Einsatzkräfte sozusagen als dreifache Besatzung bereit. Das CBRN-Fahrzeug ist für den Fahrer und drei Kräfte zur Bedienung der Technik – unter anderem zwei Rechner – ausgelegt.
Alle Systeme sind gegenüber dem bisherigen Fahrzeug auf den neuesten Stand gebracht worden. Der Vorgänger ist aus dem Jahr 2002, die Technik wurde aber mehrfach nachgerüstet. Neu ist nun auch ein Zelt an Bord, zum Umziehen am Einsatzort.
Hochmoderne Ausstattung
Die Ausstattung klingt wie aus einem Science-Fiction-Film: Der Mercedes-Benz-Sprinter ist unter anderem mit einem Ionenmobilitätsspektrometer, einem Photoionisationsdetektor, einem fahrzeuggestützten Messsystem zur Bestimmung der Gammazählrate, einem Mehrgasmessgerät und einem Kontaminationsnachweisgerät ausgerüstet.
Die empfindliche Messtechnik kommt zum Einsatz, um chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren frühzeitig zu erkennen und professionell zu bewältigen. Ganz neu im Cockpit ist ein LARDIS-System, welches das Einsatzfahrzeug via Satellit direkt zum Einsatzort leiten kann. Mehrere Kommunikationssysteme stellen sicher, dass immer eine Verbindung zur Einsatzleitung möglich ist: über das Mobilfunknetz, per GPS und Satellit.
Auf einem guten Weg
Sebastian Budtke, Leiter der GSE, kündigte an, dass die kreisliche Einheit 32 Kameraden haben soll: „Wir hoffen, dass aus der Ortsfeuerwehr Pritzwalk neun Kameraden kommen.“ Ihre Aufgabe soll „Spüren, Erproben, Erkunden“ sein – kein Einsatz von Technik, um Gefahren zu bekämpfen, erklärte Sebastian Budtke.
Bürgermeister Dr. Ronald Thiel beleuchtete noch einmal die Entwicklung des Fahrzeugbestandes am Standort Pritzwalk. Er freute sich über die Modernisierung. „Wir sind auf einem guten Weg.“ Für das bestellte Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 20 stehe der Lieferzeitraum im nächsten Jahr fest, kündigte er an.