Pritzwalk/Meyenburg. Großer Bahnhof im kleinen Meyenburg: Politikerinnen und Politiker, Grundschüler und Kitakinder aus Meyenburg sowie viele Bürgerinnen und Bürger fanden sich am Montag am Bahnhof ein, um sich für den Erhalt der Regionalbahnlinie RB 73/74 stark zu machen. Anlass war ein halbstündiger Stopp des „Glühweinzuges“, der an diesem Tag von Neustadt (Dosse) über Kyritz, Pritzwalk, Meyenburg und das Karower Kreuz nach Güstrow und wieder zurück pendelte.
Neben dem neuen brandenburgischen Infrastrukturminister Detlef Tabbert (BSW) und der mecklenburgischen Staatssekretärin für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, Ines Jesse, hatten sich der Prignitzer Landrat Christian Müller, Ralf Reinhardt, sein Amtskollege aus Ostprignitz-Ruppin, und die SPD-Bundestagsabgeordneten Wiebke Papenbrock und Johannes Arlt für die Sonderfahrt im „BWX“ (Berlin-Warnemünde-Express) angemeldet.
Für das „Karower Kreuz 365+“
Auch viele Vertreter aus betroffenen Kommunen waren dabei, etwa Meyenburgs Amtsdirektor Matthias Habermann und Bürgermeister Falko Krassowski. Zudem waren Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Schiene – Südbahn“ und des Bahnunternehmens Regio Infra Nord-Ost vor Ort. Sie alle befürworten die Umsetzung des Konzeptes „Karower Kreuz 365+“, das zum Ziel hat, einen engen Takt der Zugverbindungen von Berlin nach Rostock mit Knotenpunkten in Pritzwalk und Karow anzubieten.
Pritzwalk war mit Bürgermeister Dr. Ronald Thiel und Amtsleiter Jan Waldmann im Zug und später auf dem Bahnsteig. Der Bürgermeister setzt sich seit Jahren für den Erhalt der Bahnstrecke ein. Bereits 2012 hatte er daran mitgewirkt, dass die auf der Kippe stehende Verbindung durch eine Kofinanzierung durch die Kommunen gerettet wurde.
Resolution initiiert
2022 hatte Dr. Ronald Thiel ein Treffen von 25 Vertretern aus betroffenen Kommunen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in Falkenhagen initiiert, bei dem eine Resolution für den Streckenerhalt unterzeichnet wurde. Damals lag der Landesnahverkehrsplan (LNVP) Brandenburg 2023-2027 aus, in dem die Strecke für die Streichung vorgesehen war.
Am Meyenburger Bahnhof gab es am Montagvormittag Glühwein und Tee, Bratwurst und Gespräche mit den Mitstreitern. Vor allem die vielen bunten Plakate der Kinder aus Meyenburg waren ein Hingucker. Nach 30 Minuten Aufenthalt setzte der „Glühweinzug“ seine Fahrt in Richtung Mecklenburg-Vorpommern fort.