Starkregengefahrenkarte bietet Informationen zu gefährdeten Orten

Aufschlussreiche Karten halfen den Besuchern, sich über die Gefahrenlage für ihr Grundstück zu informieren. Foto: Stadt Pritzwalk (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Aufschlussreiche Karten halfen den Besuchern, sich über die Gefahrenlage für ihr Grundstück zu informieren. Foto: Stadt Pritzwalk

Pritzwalk. Viel Kartenmaterial bot der Vortrag über Starkregenereignisse, den Prof. Dr. Heiko Sieker am 6. Oktober im Kulturhaus hielt. 35 Zuhörerinnen und Zuhörer folgten seinen Ausführungen über die Entstehung einer Starkregengefahrenkarte für die Stadt Pritzwalk. Sie zeigt aus verschiedenen Blickwinkeln auf, in welchen Bereichen Pritzwalks extremer Regen möglicherweise Überschwemmungen auslösen kann.

 

Workshop mit Akteuren

Begrüßt wurden die Gäste von Andrea Asse, Sachbereichsleiterin Planung und Investitionen. Sie erläuterte, dass das Projekt bereits im Juni in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt worden war. Außerdem habe es einen Workshop mit potenziell betroffenen Akteuren – etwa Landwirte und Vertreter des Wasser- und Bodenverbandes – gegeben.

 

Vielen Pritzwalkerinnen und Pritzwalkern ist noch immer das Hochwasser im Juni 1993 in lebendiger Erinnerung. Auch dieses wurde durch starken, tagelangen Regen verursacht, der nicht abfließen konnte. Ein älterer Pritzwalker, der damals im Zahnradwerk gearbeitet hatte, berichtete: „Als ich zur Arbeit ging, war nichts, aber später in der Werkhalle schoss das Wasser aus den Kanälen.“

 

Kommunen und Privateigentümer sind zuständig

Prof. Dr. Heiko Sieker erklärte zunächst, dass bei Hochwasser die Bundesländer, bei Starkregenereignissen aber die Kommunen und Privateigentümer zuständig seien. Erst im Juli habe es ein Starkregenereignis in seinem Heimatort Hoppegarten gegeben. Dabei wurde die Kita überschwemmt. „Ein Millionenschaden, die Kita musste zeitweise schließen“, so Sieker. 

 Prof. Dr. Heiko Sieker erläuterte, welche Daten in die Starkregengefahrenkarte für die Stadt Pritzwalk einflossen.  Foto: Stadt Pritzwalk 

Der Fachmann schilderte zunächst, welche Daten in die Gefahrenkarte einflossen. So wird ein digitales Geländemodell genutzt, auf dessen Grundlage „Fließweg-Senken-Analysen“ erfolgen. Für die Bewertung etwa von Durchlässen habe das Team um Prof. Dr. Heiko Sieker mehrere Vor-Ort-Begehungen gemacht. In die Karte fließt auch kritische Infrastruktur wie Kitas, Feuerwehren oder Kliniken ein. 

 
Wie geht es weiter?

Für die Zuhörerinnen und Zuhörer war vor allem interessant, was aus der nun erstellten Starkregengefahrenkarte folgt. „Welche Maßnahmen sind denn jetzt für die gefährdeten Punkte geplant?“, wollte ein Bürger wissen. Andrea Asse versicherte, dass die Erkenntnisse in alle künftigen Planungen einfließen werden. Dazu riet auch Prof. Dr. Heiko Sieker: „Nichts wäre schlimmer, als wenn zum Beispiel eine neue Kita in einer Gefahrenzone gebaut würde.“

 

Auch die zugewachsene Dömnitz war ein Thema. Das verringere die Fließgeschwindigkeit, meinte unter anderem ein direkter Anlieger. Hier sei der Wasser- und Bodenverband gefragt, meinte Bürgermeister Dr. Ronald Thiel, der ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm.

 

Offene Oberflächen

Der Bürgermeister verwies darauf, dass die Stadt Pritzwalk bereits viel getan habe: „Wir haben neue Parkplätze mit offener Oberfläche angelegt, damit Wasser versickern kann.“ In den vergangenen Jahren wurden zudem Regenrückhaltebecken im Grüngürtel angelegt und bei Straßenbauprojekten wie in der Havelberger Straße die Durchmesser der Regenwasserleitungen vergrößert.

 

INFO Das Handlungskonzept soll zum Jahresende fertiggestellt werden. Dann wird es auf der Webseite der Stadt Pritzwalk veröffentlicht.

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