KulturGutRetter erneut im Einsatz an der Burgruine in Mesendorf
Pritzwalk. Ein Jahr nach ihrem ersten Einsatz an der Burgruine im Gutspark Mesendorf waren die KulturGutRetter in dieser Woche wieder vor Ort. Sie führten fort, was sie Ende Juni 2025 begonnen hatten: Dokumentation, Sicherung und Erste Hilfe der noch stehenden Burgfragmente aus dem Mittelalter.
Mauer mit Kalkmörtel gesichert
So wurde zum Beispiel die Mauer mit dem Loch im vorderen Bereich weiter mit Kalkmörtel gesichert. Über dem Loch drohte ein Bruch. Nun steht alles wieder stabil, wie Dr. Tobias Busen berichtet. Der wissenschaftliche Referent für Baudenkmalpflege und Kulturerhalt an archäologischen Stätten beim Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Berlin war auch im vergangenen Jahr in Mesendorf.
Wie damals übten die KulturGutRetter auch diesmal den Katastrophenfall. Sie sind eine zivile Einheit, die nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder kriegsbedingten Zerstörungen zum Einsatz kommt. Diesmal waren 16 Freiwillige aus ganz Deutschland, darunter ein Restaurator und vier Mitarbeiter des DAI vor Ort. Sie alle gehören zur CHRU (Cultural Heritage Response Unit), die vom Auswärtigen Amt finanziert und seit 2019 aufgebaut wird. Dazu gehören Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Bau, Museum, Archäologie und Denkmalpflege.
Sicherung eines historisch wertvollen Bauwerkes
Die KulturGutRetter kümmern sich um mobile oder immobile Kulturgüter. Am Beispiel der Burgruine Mesendorf üben sie die Sicherung eines historisch wertvollen Bauwerkes. Und das hat von den Einsätzen der KulturGutRetter schon profitiert. Denn der von ihnen liebevoll Pilz genannte Teil einer Außenwand bröselte seit Jahren vor sich hin. Jetzt haben ihn die KulturGutRetter stabilisiert. Darüber hinaus wurden vorher und nachher 3-D-Aufnahmen gemacht. So sind Vergleiche des Zustandes möglich, wie von Dr. Tobias Busen zu erfahren war.
Die Arbeiten werden im September fortgesetzt, denn auch an der Rückwand der Ruine bröckelt es. Jeder Regen, jeder Frost verschlimmert den Zustand. Material wird ausgespült. Auch hier wird Kalkmörtel für die Sicherung zum Einsatz kommen. Mit einer Minidrohne wurde der Bereich schon überflogen und dokumentiert. Die Orientierungspunkte für die Drohne waren auf dem Boden zu sehen.
Minidrohne kam zum Einsatz
Die Minidrohne kam auch an der Mesendorfer Kirche zum Einsatz. Der Dachrand des Turmes wurde dokumentiert. Der Turm weist Schäden am Holztragwerk auf. Die Kirchengemeinde versucht Abhilfe zu schaffen, wie die KulturGutRetter in Gesprächen mit Einwohnern erfahren haben.
Die Freiwilligen hatten ihre Stabsstelle im Gemeindehaus von Mesendorf, gleich neben der Burgruine. Im Haus lagerten auch die großen Metallkisten mit der Ausrüstung der KulturGutRetter, die für jeden Einsatz extra angefordert und gepackt werden. Messgeräte, Werkzeug, aber auch Netze für die Sicherung, Technik und anderes Material befinden sich in den Kisten. „Wir können im Ernstfall komplett autark arbeiten“, berichtet Dr. Tobias Busen.
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