Die Museumsfabrik entwickelt Prototyp für Künstliche Intelligenz
Pritzwalk. Wie können kleine Teams die Digitalisierung und Inventarisierung großer archivarischer Fotobestände schnell und effizient lösen? Dieser Frage ist das Team der Museumsfabrik Pritzwalk gemeinsam mit den Partnern Invisible Room aus Berlin und Kreativköpfe aus Potsdam im Rahmen des Projektes „Caption Creator“ nachgegangen. Dafür wurden vor allem die Anwendungsmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) ausgelotet.
Fotopapier, Filmnegativen, Glasplatten
Historische Fotoarchive sind eine wahre Schatzkiste. Die alten Aufnahmen auf Fotopapier, Filmnegativen, Glasplatten oder aus den frühen Digitalkameras liefern einen lebendigen Eindruck des vergangenen Lebens und der Stadtentwicklung. In der Museumsfabrik Pritzwalk lagern viele alte Fotos in Archivkartons – und warten auf ihre Digitalisierung.
Damit Forschende in den Tausenden von Aufnahmen das Gesuchte finden, werden die Fotos in einer Datenbank erfasst. Darin ist neben einem digitalen Abbild auch eine Beschreibung des Bildes und weitere Daten wie das Aufnahmedatum und Schlagwörter – Oberbegriffe, unter denen das Bild später schnell gefunden werden kann. Für das Museumsteam bedeuten die Erfassung dieser Daten bei tausenden von Fotos einen riesigen Zeitaufwand. Zur Unterstützung soll daher in Zukunft KI zum Einsatz kommen.
Korrekt und objektiv
Für den Software-Prototyp wurden testweise über 500 Fotos aus dem Museumsarchiv maschinell analysiert. Wichtig hier: Die KI-generierte Bildbeschreibung muss korrekt und objektiv sein. Die berüchtigten „KI-Halluzinationen“, bei denen plausibel klingende, jedoch völlig falsche Informationen erstellt werden, sollen für das Archiv unbedingt vermieden werden.
Daneben soll das Programm auch noch handschriftliche Kommentare, wie sie manchmal auf den Rückseiten von Papierfotos zu finden sind, korrekt auslesen. In den ersten Tests hatte insbesondere dieser Teil noch eine deutliche Fehlerquote. Korrekturen und die letztliche Entscheidung zur Freigabe des Datensatzes liegen beim Museumsteam. Der Test hat jedoch bereits demonstriert, dass das Team Mensch-Maschine in Zukunft die Aufgabe viel schneller bewältigen kann. Der Ansatz soll noch weiterentwickelt werden.
Digitalstrategie für das eigene Haus
Die Museumsfabrik hat in dem vom Brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur und der Stadt Pritzwalk geförderten Programm auch noch gleich eine neue Digitalstrategie für das Haus entwickelt. Diese legt etwa fest, wie viele digitale Angebote wie virtuelle Ausstellungen oder Videostationen im Haus das Museum in Zukunft plant. Für die Entwicklung wurde auch eine Umfrage unter Nutzerinnen und Nutzern ausgewertet.
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