Neue Praxis für Allgemeinmedizin soll in Pritzwalk eröffnen
Pritzwalk. Eine Praxis für Allgemeinmedizin will der Internist Dr. Christian Wuthe im kommenden Jahr in Pritzwalk eröffnen. Seine Pläne stellte er am Mittwoch öffentlich vor. Als Standort sind Räumlichkeiten über der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz eG in der Marktstraße/Ecke Havelberger Straße vorgesehen. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2026 geplant. Jetzt werden die Räume ausgebaut.
Die Entscheidung, sich als selbstständiger Arzt niederzulassen, verdankt 44-jährige gebürtige Pritzwalker einem Gesamtpaket, zu dem unter anderem die Beharrlichkeit von Hagen Frahm, die Unterstützung der Volks- und Raiffeisenbank und der Kassenärztliche Vereinigung Berlin-Brandenburg und nicht zuletzt die Hilfe der Stadt Pritzwalk beigetragen haben. „Ich möchte dazu beitragen, dass es hier in Pritzwalk vorwärts geht“, so Dr. Christian Wuthe.
Elf Jahre im Kreiskrankenhaus
Er arbeitete elf Jahre lang in der Kardiologie des Kreiskrankenhauses Prignitz. Die künftige Praxis möchte er mit zwei Mitarbeitenden über den Räumen der Regionalbank auf 200 Quadratmetern Fläche betreiben. Die Kommunikation mit den Patienten – etwa bei der Terminbuchung – soll vorrangig online angeboten werden.
Der Allgemeinmediziner Hagen Frahm ist Regionalbeirat Nordwest-Brandenburg bei der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) für den Mittelbereich Pritzwalk-Wittstock/Dosse. Zuletzt seien in Pritzwalk zwei Hausärzte in den Ruhestand gegangen, sodass es aktuell noch acht gebe. „Das war ein Einbruch in der Versorgung um 20 Prozent. Mit der neuen Praxis kämen wieder 10 Prozent dazu“, so der Mediziner.
Unterstützung auch von der Stadt Pritzwalk
Unterstützung gab es von Bürgermeister Dr. Ronald Thiel, der Dr. Christian Wuthe bei der Suche nach geeigneten Praxisräumen half. Die konnte die Volks- und Raiffeisenbank über der Bankfiliale zur Verfügung stellen. „Wir können die Etage genau nach den Wünschen von Dr. Wuthe ausbauen“, so Aufsichtsrat Ingo Schlender. Die Lage direkt im Herzen der Stadt könne besser nicht sein. Die Bank habe zudem ein gutes Finanzierungsangebot vorgelegt, meinte Dr. Christian Wuthe.
„Das ist ein Glücksfall für unsere Stadt“, sagte Bürgermeister Dr. Ronald Thiel. „Dafür muss es vor Ort ein gutes Beziehungsgefüge geben.“ Nur so könnten solche Dinge funktionieren. Der Entscheidung des Praxisgründers sei großer Respekt zu zollen. „Wir haben als Stadt in der Gesundheitsversorgung ja auch eine wichtige Umlandfunktion.“
Zehn Hausarztstellen unbesetzt
Jan Müller Regionalbetreuer bei der KVBB, informierte darüber, dass im Mittelbereich Pritzwalk-Wittstock/Dosse zehn Hausarztstellen offen sind. Damit sei das Gebiet unterversorgt. Der Bedarf errechne sich aus der Bevölkerungsdichte und der demografischen Zusammensetzung. Vereinfacht dargestellt: Wo viele ältere Menschen leben, werden mehr Niederlassungen bewilligt.
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