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Trafoturm in Seefeld wurde zu Quartier für mehrere Arten

Der zusehends marode Trafoturm im Pritzwalker Ortsteil Seefeld wurde vor dem Abriss bewahrt: Mit Fördermitteln der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg konnte die Stadt das Gebäude sanieren und für den Artenschutz herrichten lassen. Nun bietet die ehemalige Trafostation Fledermäusen und gebäudebrütenden Vögeln ein neues Quartier.

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Der Trafoturm in Seefeld wurde zu einem Quartier für verchiedene Arten ertüchtigt. Foto: Beate Vogel

Mit der Modernisierung des Niederspannungsnetzes hatte der Transformatorenturm an der Ecke Dorfstraße/Kleinwoltersdorfer Damm seine Funktion für die Energieversorgung verloren. Seit vielen Jahren stand er leer und befand sich inzwischen in einem schlechten baulichen Zustand. Da bot es sich an, das Bauwerk mit Fördermitteln der Stiftung in der Dorfmitte herzurichten.

„Den Turm als Quartier für gebäudebrütende Vögel und Fledermäuse zu nutzen, war außerdem eine sinnvolle Gelegenheit, um den sicheren Abriss zu vermeiden“, informierte Halldor Lugowski, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung in der Stadtverwaltung Pritzwalk. So übernahm die Stadt den Turm, der bereits als Niststätte für ein Schleiereulenpaar bekannt war, im Februar 2020 von der E.DIS Netz GmbH in ihr Eigentum.

Graues Langohr. Foto: Anna Futterer/NaturSchutzFonds

Im Herbst vergangenen Jahres begannen zunächst die Arbeiten, um das Dach, die Außenwände und den Innenraum zu sanieren. Anschließend wurden die neuen Quartiere installiert. Einen Teil davon konnte die Stadt dabei als Ausgleichsmaßnahme für den Abriss des ehemaligen Verwaltungsgebäudes des einstigen Kreisbetriebes für Landtechnik (KFL) in Seefeld im vergangenen Jahr ergänzen.

 

Die außer Dienst gestellte Trafostation bietet nun auch Fledermäusen schmale Einflugöffnungen sowie im Gebäudeinneren enge Spaltenquartiere. Diese hatten zuvor den Keller im 2020 abgerissenen KFL-Gebäudes bewohnt.

Fledermauskästen im Inneren des Turmes. Foto: AFranz/NSF

Schleiereulenkästen und Sitzstangen werden den Jungeulen als Kinderstube dienen. Nester für Rauchschwalben und andere Vogelnisthilfen vervollständigen die Ausstattung des Turms. In seinem Inneren wurden zudem Zwischendecken eingezogen, um die Brutplätze der verschiedenen Arten voneinander zu trennen und ein ungestörtes Nisten sicherzustellen.

 

„Frische Spuren haben uns inzwischen bewiesen, dass die Schleiereulen den Turm bereits wieder als Quartier angenommen haben“, berichtete Halldor Lugowski. Die Gesamtkosten der Artenschutzmaßnahme belaufen sich auf rund 22 000 Euro, von denen rund Dreiviertel als Fördermittel von der Landesnaturschutzstiftung kamen. Die Mittel der Stiftung stammen aus Ersatzzahlungen, die als Kompensation für Eingriffe in Natur und Landschaft von den Vorhabenträgern zu leisten sind und nun zurück in den Landkreis Prignitz flossen.

 

Schleiereulen, aber auch viele Fledermausarten oder Schwalben sind Kulturfolger. Sie leben in der unmittelbaren Umgebung der Menschen in Siedlungen. Die markante Eulenart mit dem außergewöhnlichen weißen Gesichtsschleier brütet zum Beispiel auf Dachböden, in alten Scheunen oder auf Kirchtürmen, wo sie geschützt ihre Jungen aufzieht. Durch die Gebäudesanierung oder den Abriss in Städten und Dörfern gehen jedoch viele Bauwerke als Behausungen für die Tiere verloren. Der Umbau der ehemaligen Trafostation in Seefeld, bei dem die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Prignitz fachlich unterstützt hat, ist ein wichtiger Beitrag, um Ersatzquartiere zu schaffen.

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlung im Land Brandenburg. Mehr als 900 Naturschutzprojekte hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Landkreisen und Kommunen, Verbänden und Vereinen sowie weiteren Partnern wie zum Beispiel Betrieben oder Privatpersonen möglich gemacht oder in eigener Trägerschaft verwirklicht.

Schwalben können im Turm nisten. Quelle: NSF