BannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbild
     •••  Power GmbH seit 30 Jahren in Pritzwalk präsent  •••     
     •••  Habitat für Zauneidechsen ist fertig für den Umzug  •••     
     •••  Amselweg wird ab dem 7. Dezember voll gesperrt  •••     
     •••  Pritzwalker Markt bietet weihnachtlichen Anblick  •••     
     •••  Weihnachtsbaum wunderschön geschmückt  •••     

Pritzwalker gedenken am Volkstrauertag vieler Opfer

16. 11. 2020

Pritzwalk. Für den diesjährigen Volkstrauertag am Sonntag, 15. November, hatten die Stadt Pritzwalk, die Gesellschaft für Heimatgeschichte, die Evangelische Kirchengemeinde und die Schülerinnen und Schüler des Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasiums Pritzwalk eine besinnliche Gedenkveranstaltung vorbereitet. Nach einer Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder wurden wegen der Pandemie Veranstaltungen zum Volkstrauertag abgesagt.

 

Bürgermeister Dr. Ronald Thiel und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Volker Hoffeins, gedachten an diesem Tag dennoch der Opfer der Kriege und legten auf dem Ehrenfriedhof einen Kranz nieder.

 

Kriegsende und Explosionskatastrophe

Siegbert Winter, der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, schloss sich den beiden an. Am Volkstrauertag 2020 wurde in Pritzwalk auch an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren und an die Opfer der Explosionskatastrophe am Bahnhof im April 1945 erinnert.

 

Mit Jahresbeginn 1945 rückte die Rote Armee Monat für Monat näher an Berlin und damit auch an Pritzwalk heran. Pritzwalker Feuerwehrmänner waren zum Einsatz in den zerstörten Städten Berlin und Potsdam. Die Stadt selbst war bis dahin vom Krieg weitgehend verschont geblieben.

 

Zweitgrößte Katastrophe

Bis zum 15. April 1945: Nachdem ein Flugzeug von einem Flakgeschütz auf dem Bahngelände aus beschossen wurde, feuerte der Pilot auf den Bahnhof. Dort traf er einen Munitionszug, der mit V-2-Raketen beladen war. Die Explosionen legten dann das komplette Bahnhofsviertel in Schutt und Asche.

 

Die meisten Opfer gab es im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße, wo die Menschen Zerstreuung gesucht hatten. „Es fing so harmlos an“ hieß der Film. Die Druckwelle zerstörte Häuser im Umkreis von etwa einem Kilometer und war noch in den Nachbardörfern zu spüren. Schätzungen gehen von 200 Todesopfern aus. Es war nach dem großen Stadtbrand 1821 die größte Katastrophe in der Geschichte Pritzwalks.

 

Auch russischer Soldaten gedacht

Gedacht wurde am Volkstrauertag aber auch der Menschen in Pritzwalk und den Ortsteilen, die nach dem Einzug der Roten Armee so verzweifelt waren, dass sie nur im Suizid einen Ausweg sahen. Ins Gedenken eingeschlossen waren ebenso die 41 toten Soldaten und Offiziere, die auf dem Ehrenfriedhof bestattet sind.

 

Gedenken Volkstrauertag Falkenhagen 2020

 

Auch in Falkenhagen wurde ein Kranz am Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft niedergelegt. Foto: Marcel Schreiber

 

Erinnert wurde außerdem an die Verfolgten des sowjetischen Geheimdienstes NKWD. 1946 wurden rund 70 zahlreiche Jugendliche aus Pritzwalk unter fadenscheinigen Begründungen abgeholt und interniert. Stellvertretend für sie steht Hans-Gerhard Rangnow, der im Alter von nur 20 Jahren 1948 im stalinistischen Umerziehungslager Sachsenhausen verstarb. Beate Vogel

 

Foto: Dr. Ronald Thiel (r.) legte mit Volker Hoffeins (M.) einen Kranz auf dem Ehrenfriedhof nieder. Siegbert Winter (l.) schloss sich an. Foto: Katja Zeiger