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Stadtwerke stellen sich auf die Energiewende ein

18. 01. 2022

Pritzwalk. Die Energiewende und die Preissteigerungen sind die Themen, die die Stadtwerke Pritzwalk GmbH derzeit am meisten beschäftigen. Darüber informierte Geschäftsführer Mirko Seidel beim Jahresauftaktgespräch, zu dem Bürgermeister Dr. Ronald Thiel Mitte Januar auch den Geschäftsführer eingeladen hatte. Zunächst ging dieser auf das abgelaufene Geschäftsjahr ein.

 

Dem Trend zum E-Auto gefolgt

„Wir hatten gegenüber den Vorjahren ein recht kühles Jahr 2021 – und damit hohe Mengenabsätze bei Strom und Gas“, blickte er zurück. Mitte November habe das Unternehmen auf der Homepage www.sw-pritzwalk.de ein Kundenportal eingerichtet. Bereits 450 Stadtwerke-Abnehmer nutzen das Angebot, verschiedene Angelegenheiten online bearbeiten zu können: Abschläge ändern, Zählerstände melden, Rechnungen einsehen und anderes mehr.

 

Fünf Ladesäulen für Elektroautos haben die Stadtwerke Pritzwalk 2021 installiert. Davon ist eine eine Schnellladesäule, sie wurde auf der Dömnitzinsel am Meyenburger Tor in Betrieb genommen. „Die Stadt Pritzwalk hat den Trend erkannt und Ladesäulen in Auftrag gegeben“, so der Stadtwerke-Geschäftsführer. Das Angebot werde gut angenommen: Der Stromversorger hat vergangenes Jahr 13 600 Kilowattstunden (kWh) Strom über die Ladesäulen abgesetzt – ein Umsatz von 8600 Euro.

 

Auf der Dömnitzinsel haben die Stadtwerke im Februar 2021 eine Schnellladesäule installieren lassen. Foto: Beate Vogel

Auf der Dömnitzinsel haben die Stadtwerke im Februar 2021 eine Schnellladesäule installieren lassen. Foto: Beate Vogel

 

Mit dem vom Aufsichtsrat der Stadtwerke beschlossenen Wirtschaftsplan 2022 wird auch das Thema Energiewende weiter verfolgt, führte Mirko Seidel aus. Das sei ein sehr komplexes Thema: „Wie sieht es mit der Fernwärmeversorgung in den nächsten 15 bis 20 Jahren aus? Wie kann man die Klimaziele erreichen und die Energiepreise dabei auf einem bezahlbaren Niveau halten?“ Bereits jetzt werde im Wohngebiet Nord zu 73 Prozent mit Biowärme geheizt, „also grüner Wärme“. 

 

Bei der Nutzung regenerativer Energien müsse viel abgewogen und kalkuliert werden. So habe es bereits zu DDR-Zeiten eine geothermische Bohrung in Pritzwalk gegeben, die gegebenenfalls reaktiviert werden kann. Auch über die Nutzung der Abwärme von Kronotex haben die Stadtwerke nachgedacht: „Aber das ist viel zu weit weg und damit zu teuer“, meinte Mirko Seidel. Wasserstoff werde als Option ebenfalls geprüft.

 

Energiepreise steigen massiv

Von den aktuell massiv steigenden Energieeinkaufspreisen werde Pritzwalk laut Mirko Seidel 2022 noch nicht viel spüren. „Wir müssen aber gucken, wie wir künftig damit umgehen und wie sich die Börsenpreise entwickeln.“

 

Für 2022 plant das Energieunternehmen Investitionen in Höhe von zirka 1,1 Millionen Euro. Dazu gehört etwa die Erschließung des Wohngebietes Am Birkenwäldchen, die das größte Projekt in diesem Jahr sein wird. Für Instandhaltung von Trafos, Kabelanlagen, Gasleitungen und an Wärmeerzeugungsanlagen stehen 320 000 Euro im Plan.

 

30 Jahre Stadtwerke

2022 bestehen die Stadtwerke Pritzwalk seit 30 Jahren. Um den Anlass angemessen zu begehen, wurde eine kleine Projektgruppe ins Leben gerufen. „Unter anderem planen wir eine Veranstaltung für unsere Kundinnen und Kunden“, kündigte Geschäftsführer Seidel an.

 

Aktuell beschäftigen die Stadtwerke 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bilden im kaufmännischen Bereich aus. Beate Vogel

 

Bild zur Meldung: Im Auftrag der Stadt stellten die Stadtwerke im Mai 2021 am Bahnhof zwei E-Ladesäulen auf. Inzwischen gibt es auch welche am Postplatz und in der Parkstraße. Foto: Beate Vogel