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Kohl, Kartoffeln, Turnvereine – neues Modul im Museum

02. 11. 2020

Pritzwalk. Eigentlich sollte das Modul in der Dauerausstellung jetzt vorgestellt werden: In vier Kapiteln beleuchtet es in der Pritzwalker Museumsfabrik Alltags- und Sozialgeschichte sowie Industrialisierung und deren Auswirkung auf das gesellschaftliche Leben in der Jahrhundertwende. Es lässt sich interaktiv nutzen und bietet so Besucherinnen und Besuchern eine Vielzahl von Hintergrundinformationen. Das Museumsteam freut sich bereits, die Ausstellung nach dem Lockdown präsentieren zu können.

 

In Pritzwalk gab es um 1900 ein reges Vereinsleben: Über die Vereine lief ein Großteil der Freizeitgestaltung ab. Es gab etliche Turn- und Sportvereine, außerdem Gesellschaftsvereine, wie zum Beispiel Gesangsvereine, oder Kriegervereine, zu denen zählt der Verein Bismarckturm.

 

Fahnen digital aufbereitet

Ganz wichtig waren Vereinsfahnen: Ein interaktives Modul lässt den Besucher die Geschichte und die Bedeutung der Symbole auf den Fahnen digital entdecken. So können die Originale gut geschützt und sicher verwahrt im Depot verbleiben, damit sie nicht verfallen. Die älteste originale Vereinsfahne im Fundus des Museums stammt übrigens von 1863.

 

Zum immateriellen Kulturerbe der Prignitz gehört die plattdeutsche Sprache. Sie bedeutet Identifikation mit der Heimatregion, aber auch Ausgrenzung für jene, die sie nicht sprechen. In Videobotschaften erzählen Prignitzer und Pritzwalker ihre Geschichten „up Platt“, das leider eine aussterbende Sprache ist.

 
Vorherrschender Speiseplan

Die Industrialisierung erreichte und veränderte auch die Prignitz als Agrarland. Ein Blick auf den damals vorherrschenden Speiseplan und die Rezepte sowie Küchen- und Haushaltsgeräte lassen einen Eindruck vom Alltag der Menschen zu jener Zeit zu. Ein digitalisiertes handschriftliches Kochbuch gibt einen Einblick in die Ernährung: Kohl und Kartoffeln beherrschten das Angebot. Erstmals wurde der Nährwert von Lebensmitteln beleuchtet.

 

Mit der Entwicklung der Technik entwickelte sich das Medium Fotografie. Einfache Menschen konnten erstmals Bildnisse nach bestimmten Konventionen von sich anfertigen lassen, wie sie bis dahin nur der Oberschicht vorbehalten waren.

 

Selbst ein Porträt aufnehmen

Vier Fotografen boten damals in Pritzwalk in ihren Ateliers ihre Dienste in Sachen Porträtfotografie an. Das Ergebnis können die Museumsbesucherinnen und -besucher an etlichen Beispielen betrachten. Wer möchte, kann sich selbst in einer Art Studiosituation aufnehmen.

 

Leider kann der neue Teil der Dauerausstellung nicht gleich besucht werden: Die Museumsfabrik ist wegen der aktuellen Lage voraussichtlich bis Ende November für Besucher geschlossen. Ein Besuch lässt sich für Zeit nach der Schließung sicher schon vormerken. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind telefonisch unter 03395/76 08 11 20 nach wie vor erreichbar. Beate Vogel

 

Foto: Über das neue, interaktive Modul können Interessierte sich bis ins Detail zum Beispiel Fahnen erklären lassen. Foto: Beate Vogel