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Wandergeselle macht Station im Rathaus

Pritzwalk, den 03.01.2019

Pritzwalk. Maurergeselle Thomas Hoppe machte am Donnerstag Station im Pritzwalker Rathaus. Er überbrachte der Stadt in Person von Kämmerin Kornelia Wienke und Sabine Kadasch, Leiterin des Amtes für Verwaltungssteuerung, Bürgerservice und Ordnung, seine „allerfreundlichsten Grüße“ in Versform.

 

Drei Jahre und einen Tag unterwegs

Der 24-jährige Thomas Hoppe war vor zwei Monaten in Oranienburg zur so genannten Walz aufgebrochen, bei der Handwerksgesellen für mindestens drei Jahre und einen Tag durch die Lande ziehen. Dabei sind die Gesellen auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen, die ihnen einen Schlafplatz oder eine Arbeit geben kann. Während der Wanderschaft dürfen sich die jungen Männer ihrem Heimatort nicht mehr als 50 Kilometer nähern. Nicht einmal zu Weihnachten.

 

Hoppe hat, wie er den Amtsleiterinnen berichtete, in den zwei Monaten seiner Walz auch schon hinter Supermärkten oder unter einem Weihnachtsbaum geschlafen. Zu seinen Stationen zählten Greifswald, Rostock, Hamburg, Bielefeld, Wuppertal, Leipzig, Frankfurt/Oder. In Schwerin verbrachte er Silvester. Nächste Woche will er in Jena sein, wo er eine Arbeit für vier Wochen gefunden hat – Parkett verlegen.

 

Kein Smartphone und kein Auto

Wandergesellen führen ein hartes Leben: Smartphone oder Laptop sind verboten. Thomas Hoppe kommuniziert mit seiner Familie wie in den alten Zeiten per Post. Ein Auto dürfen die Handwerker nicht haben, die Benutzung des öffentlichen Personenverkehrs ist verpönt. Im ersten Jahr der Walz wandert der 24-Jährige durch Deutschland, im zweiten durch ganz Europa. Im dritten Jahr will er sich die Welt ansehen.

 

Alle Stationen und alle Spenden werden ins Wanderbuch eingetragen, das der Maurergeselle auch Kämmerin Wienke vorlegte. Von der Stadt Pritzwalk erhielt er einen kleinen Geldbetrag. Nachdem sich Thomas Hoppe mit einem weiteren Vers bedankte, zog er weiter. Beate Vogel

 

Foto: Wandergeselle Thomas Hoppe zeigt Kornelia Wienke (l.) und Sabine Kadasch sein Wanderbuch. Foto: Beate Vogel