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Bürger machen sich stark für den Erhalt des Sadenbecker Stausees

06.06.2018

Pritzwalk/Sadenbeck. Nicht einmal 300 Meter von der Autobahn 24 entfernt, liegt nahe Sadenbeck ein Idyll im Wald verborgen. Doch der Sadenbecker Flachlandspeicher, im Volksmund Stausee genannt, ist bedroht. Darauf machten am Dienstag, 5. Juni, über 100 Bewohner der umliegenden Gemeinden aufmerksam. Sie waren zur Bürgerspechstunde des Landtagsabgeordneten Jan Redmann (CDU) gekommen. Der Politiker hatte das Thema aufgegriffen, nachdem der Pritzwalker Bürgermeister Dr. Ronald Thiel in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung einen Brief des Finanzministeriums verlesen.

Land möchte Stausee abgeben

Zwar ist das Land nach einem Raumordnungsverfahren Eigentümer des Sees, möchte ihn jedoch den Anrainer-Kommunen übertragen. Die müssten dann auch die Kosten für den Rückbau oder eine Teilsanierung des Stausees tragen. Laut brandenburgischem Finanzministerium sollen das geschätzt 1,9 Millionen Euro für die vollständige Sanierung sein.

Pritzwalk gehört kein Teil des Sees mehr

Bislang war man der Ansicht, der See würde zum größeren Teil der Gemeinde Halenbeck-Rohlsdorf und zum geringeren Teil der Stadt Pritzwalk gehören. „Seit dem Raumordnungsverfahren gehört uns von dem Stausee gar nichts mehr“, sagte der Amt für Recht, Bildung und Soziales, Dietmar Sachs.

Zweifel an Finanzbedarf für die Sanierung
Viele der Anwesenden bezweifelten nicht nur die Notwendigkeit von umfangreichen Arbeiten, sondern auch die Höhe der dafür veranschlagten Summe. Thomas Burmeister vom Wasser- und Bodenverband Pritzwalk bezifferte die Kosten für die notwendige Unterhaltung des Stausees auf „höchstens 5000 Euro im Jahr“.
Der Stausee wird von vielen Bürgern der Region, aber auch aus anderen Bundesländern, als Angelgewässer genutzt. Mehrere Kinder von der Angelschule Meyenburg appellierten an die Verantwortlichen, den See zu erhalten.
Refugium für Menschen, Tiere und Pflanzen
Das Gewässer ist mit seinen 50 Hektar Fläche ein Refugium für zahlreiche, teilweise geschützte Tier- und Pflanzenarten. Schließlich hat er auch eine wichtige Funktion im Hochwasserschutz für die Stadt Pritzwalk. Nicht zuletzt ist der Stausee eine der wenigen großen Wasserflächen in der Region. Sein Wert als Naherholungsgebiete ist nicht zu unterschätzen. Der Rentner Karl Roth aus Sadenbeck nannte die Pläne der Landesregierung „gezielte Heimatvertreibung“. Jan Redmann versprach den Bürgern, die Verantwortlichen beim Land zur Rede zu stellen. Gelegenheit dazu sei in den kommenden Sitzungen des Umwelt- und des Finanzausschusses.
Auch die Landesstraße ist ein Problem
„Dem Land Brandenburg gehören in Sadenbeck zwei Dinge“, sagte Jan Redmann. „Der Stausee, der aufs Spiel gesetzt werden soll und die Landesstraße, die sich in einem schlechten Zustand befindet.“ Er wolle sich dafür einsetzen, dass sich das Land in beiden Fällen zu seiner Verantwortung bekennt, versprach der CDU-Politiker.

 

 

Foto: In Sorge um die Zukunft des Sadenbecker Stausees (v.l.): CDU-Landtagsabgeordneter Jan Redmann, Sinan Benecke von der Angelschule Meyenburg, Dietmar Sachs (r.), Amtsleiter der Stadt Pritzwalk. Foto: Andreas König/Stadt Pritzwalk